Meeting FANTASTICO!

Bereits zum 7. Mal organisierte der italienische Canyoningverband ein internationales Treffen. Wie immer fand es in der ersten Augustwoche statt, dieses Jahr im Friaul, wie immer war es top organisiert – DANKE Romy!!!!

In der kleinen italienischen Ortschaft Chiusaforte hat man ein Herz für Sportler. Und so stellte die Gemeinde einen riesengroßen Platz zum Campieren zur Verfügung und baute ein weißes Festzelt am Ortsrand auf.
Dort gab es nicht nur jeden Abend ein günstiges Menue mit leckerer Pasta, sondern es war auch sonst Einiges geboten. Videos, auf einer großen Leinwand übertragen machten Lust auf Reisen zum Canyoning nach Samothraki und Südamerika, eine fetzige Rockband spielte am Freitag abend (lockte aber leider nur wenige Sportler auf die Tanzfläche).
Samstags dann boulderten an einer Kletterwand Athleten um Punkte für den Europacup; am Abend gab es lokale Speisen und die Blaskapelle spielte auf.
Besonderes Highlight für die Einheimischen war der Nachtabstieg des Belepeit, direkt vor Ort. Mit starken Scheinwerfern wurden die Wasserfälle beleuchtet, so dass die Zuschauer das Schauspiel mitverfolgen konnten. Immerhin war die längste Abseilstelle stolze 75 Meter.
Jeden Nachmittag konnte man sich an den Ständen von Kong, Resurgance , Korda Vertiga und Vertigini Sport über neues Material, wie Steigklemmen und Seile, informieren und zu günstigen Preisen „shoppen“.
Sehr lehrreich war auch die Rettungsdemonstration des italienischen Schluchtenrettungsteams CNSAS (Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speologico) im Plizbach.
Über 15 Personen waren an dem Einsatz beteiligt und zeigten, wie sie eine verletzte Person in einem neoprengefütterten Rettungsschlitten ablassen und transportieren.

Um es nicht zu vergessen... Natürlich ging man auch Canyons. In einer dicken Broschüre warenalle nahegelegenen Canyons hervorragend beschrieben und dank GPS Koordinaten auch einfach zu finden.
Rio Simon und Rio Lavarie (Italien), sowie Mlinarica und Globoski Potoc (Slowenien) waren besonders beliebt.
Ein noch zu untersuchendes Phänomen wäre, warum bei 29 tollen Canyons, die zur Auswahl standen, sich dann an einem Tag gleich mehrere Teams im Questis aufhielten (obwohl es Listen gab in die man sich eintragen sollte und jeder Einsicht hatte, wer wohin ging) und es daher zu teils stundenlangen Wartezeiten kam.

Manch einer brachte es auf 15 Canyons in dieser Woche.
Nicht um Leistung, sondern um internationale Begegnung ging es beim ersten Internationalen Frauentag im Canyoning am 5. August 2009.
14 Mädels aus sieben Nationen, dazu Romano Perotto (77 Jahre alt und Ehrenmitglied des AIC), sind dabei.
Wer fährt mit wem? Wer spricht welche Sprache? Wer heißt wie? Sind genügend Seile da? Welche Länge? Punkt 8 Uhr 30 geht es im Konvoi zum Parkplatz des Rio Favarinis. Dort gibt es die erste Überraschung: Leckereien für Jede.
Die Naturkostfirma Rapunzel hatte freundlicherweise die Verpflegung gespon-sort. Sesamcracker, Cappuchinosticks, Waffeln und natürlich Müsliriegel. Unter großem Gelächter wird das Märchen von Rapunzel in alle möglichen Sprachen übersetzt, Rapunzelo, si si Rapunzelo, das Märchen kennt man zumindest in Italien.
Dann stapfen 14 Bikinigirls mit schweren Rucksäcken den steilen Weg zum Einstieg. Ganz am Rande sei erwähnt, dass Romy eine Abkürzung zum Zustieg kannte und die Männer, die uns dann doch folgten um nach dem Rechten zu sehen uns daher nie eingeholt haben. Im Canyon teilen wir uns in zwei Gruppen auf. Nicht nach Können, sondern nach Sprachkenntnissen, italienisch oder englisch?
Gertjan, unser Clubmitglied aus Holland, hat uns einen kleinen aufblasbaren Fisch als
Maskottchen mitgegeben, nun fehlt nur noch ein
Motto. Wir einigen uns auf das griechische Wort „Pame“ was auch immer es bedeuten mag... und welche Pfeifsignale wir verwenden.

Dann hängt Baja das erste Seil ein und „pame“, los geht`s. Der Canyon ist wie geschaffen für unsere Unternehmung. Perfekt ausgewählt. Mit viel Spaß rutschen wir über glatte Felsen, machen kleine Sprünge in türkisfarbene Gumpen. Die Abseilstellen sind gut einsehbar. Es ergibt sich wie von selbst, wer das Seil einholt, wer vorangeht.
Keine
muss sich was beweisen, keine will den anderen was beweisen, es ist einfach friedlich. Wir genießen die Natur um uns herum und die „Frauengespräche“ (unterliegen der Schweigepflicht).
Viel zu schnell ist die letzte der acht Abseilstellen erreicht. Sie ist mit 50 Metern die längste. Hier warten wir auf das nachfolgende Team mit Romy. Sie erklärt noch mal die Methode des aktiven Nachlassens beim Abseilen und gibt Tipps zum besseren Einund Umhängen. Unten angekommen umarmen wir uns alle und sind einfach happy.
Dann folgt Überraschung Nummer zwei: der italienische Canyoningverband hat in einer Bar Tische für uns reserviert und spendiert für alle Kaffee und Kuchen.
Und so endet die Tour richtig schön klischeehaft beim Kaffeekränzchen. Simone wünscht sich, dass wir alle nach Brasilien zu einer Frauentour kommen, Cathy lädt uns nach Australien ein aus Canyonistinnen werden Freundinnen.
Viel zu schnell ist dieser Tag vorbei und viel zu schnell die ganze Woche. Es war eine Woche mit fantastischen Canyons aber vor allem mit vielen Begegnungen mit wunderbaren Menschen aus der ganzen Welt- ein Meeting internationale fantastico!  - Elke Oßwald -