Am Sonntag, den 12.9.99 war es soweit. 10.00 Uhr Treffpunkt in Bad Goisern, Hotel Moserwirt. Trotz umfangreicher Infos im Vorfeld und diverser E-Mails zwischen Stefan Hoffman und mir war ich dann doch gespannt was da genau auf mich zukommt. Das Wetter war absolut gut und versprach auch für den Rest des Kurses so zu bleiben. Nach einer netten Begrüssung und kurzen Vorstellung der anwesenden Ausbilder für den ersten Tag ging es, nachdem alle ihre Zimmer belegt hatten, mit allem was so an Ausrüstung verfügbar war dann los. Willkürlich wurden zwei Gruppen zusammen gestellt. Bei 22 Teilnehmern waren das 11 begeisterte Canyonisten je Gruppe , die sich auch erst mal gegenseitig annähern mussten. Aber das war kein Problem. 
Die erste Gruppe in der ich auch dabei war fuhr zusammen mit Stefan Hoffmann und Ralf Deutzmann (das ist der mit dem schwarz/roten Neoprener und Schnurbart im Hoffmannbuch) an den Hallstätter-See. Standplatzbau und Springen war da angesagt. Österreichs CEC Boss Heli Putz hat dort an einer Art Brücke unterhalb der Strasse eine nette Übungsstelle eingerichtet. Erstmal abseilen zu den mittleren Stufen. Dort Paarbildung und einen Standplatz bauen. Gegenseitiges passives Abseilen mit unterschiedlichen Möglichkeiten des Einbindens des Abzuseilenden wurden gezeigt und geübt. Rob aus den Niederlanden zog das mit mir durch. Ein netter Kerl! Was mir da in Erinnerung blieb war der Meister Ralf, der ohne hinzusehen jeden Knoten, der für diese Aktion gezeigt wurde, binden konnte. Richtig kunstvoll wirkte das. 
Und dann, ja dann war Springen angesagt - und das mir, der nicht unbedingt jede Möglichkleit zum Sprung nutzen muss, wenn ihr versteht was ich meine! So drei bis fünf Meter find ich ok und genussvoll, aber mehr muss ja nicht unbedingt sein. Aber diesmal doch und los gings bei fünf Meter. Dann sechs Meter und als letzte Stufe 7,5 Meter etwas ausgesetzt auf einem Art Sprungbrett. Und nochmal, und nochmal. Solange bis es selbst mir begann Spass zu machen. Die letzten Sprungaktionen waren dann noch gekoppelt mit Zielsprüngen. Der Abschluss war ein Tauchgang mit der Aufgabe einen Ziegelstein hochzuholen und ein bisserl Rettungs- schwimmen. Das mit dem Ziegelstein in Verbindung mit einem 5 mm Neoprenanzug war ehrlich nicht so meine Stärke, aber sowas soll es ja geben. Nobody is perfect! 
Tja aber der erste Tag war noch nicht zu Ende! Jetzt hatte Gruppe 1 nach einer kurzen Mittagspause das Vergnügen, welches Gruppe 2 am Vormittag hatte. Wildwasserschwimmen. Für mich wirklich was ganz neues - zumindest in dieser Ausprägung. Es sei hier nur soviel gesagt, dass es die volle Spülung war. Ein nettes Gefühl, wenn Dich das Wildwasser durch ein paar Felsblöcke durchbläst und man nicht mehr weiss wo oben, unten, links oder rechts ist. Und beim Abtauchen in eine nette Deckwalze beruhigte die angelegte Schwimmweste auch nicht gerade. Canyoning ist eben auch ein Wassersport; das ist sicher! 
Wieder am Hotel und an derHeli Putz Canyoning-Basis angekommen, gab es eine halbe Stunde Pause und dann von 17:30 Uhr bis 18:30 den ersten theoretischen Unterricht. Dann von 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr gemeinsames Abendessen. Und dann ab an die Hotelbar? Von wegen! Ab 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr nochmal Theorie. Dieser Ablauf sollte Gültigkeit bis Freitag abend bewahren. Also wirklich gut ausgefüllte Tage die sich da ankündigten. - Jürgen Pilger -